BlaullichtGottesdienst 2017

Gerufen - Wozu? Von wem? Warum ich?

"ICH bin gerufen ..."

Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei, des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks und der Rettungsorganisationen sind am Freitag, dem 17.November um 19 Uhr, zum elften ökumenischen BlaulichtGottesdienst in die St. Christophoruskirche in Werne eingeladen. In dem etwas anderen Gottesdienst, der um 19 Uhr beginnt, lautet in diesem Jahr das Thema: „ICH bin gerufen…“. Wenn der Melder piepst, die Sirene heult, die Großschadenslage sich ereignet, sind wir gerufen zu helfen und für Menschen da zu sein, egal aus welcher Organisation wir kommen. Wie reagieren wir, wenn wir gerufen werden? Wie der schwerhörige Opa, wie die pubertierende Jugendliche, die aufstehen soll und liegen bleiben möchte, wie der Patient, der ins Sprechzimmer des Zahnarztes gerufen wird und eine spontane Heilung erlebt? Und viel zu oft werden wir gerufen, wenn wir eigentlich so gar keine Zeit haben, weil die Tochter von Papa ins Bett gebracht werden soll, weil ich in der Wanne liege, weil ein wichtiges Gespräch mit meiner Frau ansteht. Und dennoch ICH bin gerufen, hinzugehen, zu tun was ich gelernt und geübt habe, da zu sein und Sicherheit zu geben, meine Gabe ist meine Aufgabe. Wenn nicht ich, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Neben der Beschäftigung mit diesen Themen wird in der Kirche Raum sein für das Gedenken an Menschen, die aus diesem Leben abgerufen wurden, viel zu früh, viel zu plötzlich, zu krank, durch Unfälle und Terror, durch Krankheit oder weil die Kräfte schwanden. Und wir können an verschiedenen Stellen in der Kirche auftanken, um gemeinsam wieder für Menschen tätig sein zu können.

Die Notfallseelsorgenden aus dem Kreis Unna werden in diesem Gottesdienst erstmalig öffentlich berufen und beauftragt, die Tätigkeiten eines Notfallseelsorgenden im Kreis Unna auszuüben.

Das Notfallseelsorgeteam, so erläutert Willi Wohlfeil, besteht derzeit aus 20 haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Seit mehr als 10 Jahren werden aber nicht nur Angehörige von Unfallopfern oder Verstorbenen unmittelbar vor Ort seelsorglich betreut. Die Notfallseelsorge versteht sich auch als ein wichtiges Angebot für die Einsatzkräfte selbst, die immer wieder mit schwierigen wie seelisch extrem belastenden Situationen während ihrer Einsätze konfrontiert werden. „Mit dieser besonderen Form des Gottesdienstes möchten wir den Einsatzkräften und uns die Möglichkeit geben, sich belastender Situationen zu erinnern, der verletzten und verstorbenen Menschen, die uns in Einsätzen begenet sind, zu gedenken und Orte der Kraft aufzusuchen, um den Dienst an den Menschen gemeinsam tun zu können.“ erläuterte Pfarrer Wohlfeil. „Als Helfer stoßen wir um der Menschen willen oft auch an unsere eigenen Grenzen. Dann tut es gut, über die Grenzen der Konfessionen, der Religionen, der Lebensweisen hinweg Dankbarkeit und gegenseitige Unterstützung und Anerkennung in und nach den Einsätzen zu erleben“.

Wenn Menschen leiden, so Wohlfeil weiter, muss man auch die eigenen Grenzen achten. „Unsere Arbeit gelingt nur, wenn wir einer Kette vertrauen, einer Menschenkette – die Rettungskette, die den Helfenden Vertrauen und Sicherheit im Einsatz schenkt.“ Dafür danken wir allen Einsatzkräften und Menschen in den Hilfsorganisationen. Und gemeinsam vertrauen wir darauf, dass Gott uns gerufen hat und mit uns ist im Einsatz für die Menschen und uns auch wieder herausführt.

Im Anschluss an den Gottesdienst laden die Notfallseelsorgenden ein zu einem Abend der Begegnung ins Feuerwehrgerätehaus. Dabei werden wir unterstützt vom Löschzug 1 Mitte der Feuerwehr Werne und vom DRK Werne, das für die Verpflegung sorgt..

Blaulichtgottesdienst 2016

"...wie eine Mutter tröstet" ist das Motto des BlaulichtGottesdienstes am Sonntag, dem 4. September um 10 Uhr auf dem Marktplatz in Schwerte.

Du sollst getröstet werden ... Trost brauchen wir. Egal ob Groß oder Klein, alt oder jung, Mann oder Frau, Feuerwehrmann, Rettungsschwimmer, Sanitäter oder Polizist.

Gott sagt "Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet" Ja mehr noch Trost ist einer seiner Namen. Als Jesus sich von dieser Welt verabschiedete und gen Himmel fuhr liess er uns die Geistkraft des Trostes zurück, damit wir getröstet werden.

Aber es gibt den billigen Trost der nicht heilt sondern vertröstet: Wird schon wieder, alles Gut, hatte ich auch schon ...

Dieser Trost ist bei Gott nicht gemeint. Gott tröstet wie eine Mutter... Er hält mich fest, wenn alles Haltlos erscheint. Er verbindet mit einer neuen Welt in der es keine Tränen gibt. Er passt zu mir und meinem Leben. 

In diesem Jahr ist der Blaulichtgottesdienst der Auftakt zum Tag der Hilfsorganisationen "gemeinsam aktiv" in Schwerte. Feuerwehr Polizei, THW, DLRG, Malteser und DRK präsentieren an diesem Tag gemeinsam wie aktiv sie sind zum Schutz der Bürger in der Stadt Schwerte.

BlaulichtGottesdienst 2015

Dieses Plakat lädt zum BlaulichtGottesdienst 2015 ein

„Wer schreit lebt…“ 

Ein Baby schreit beim ersten Atemzug. Kindergeschrei vom Spielplatz – für manchen ein Ärgernis. Vom „Schrei vor Glück“ erzählt uns eine Werbung.

Patienten schreien vor Schmerzen. Kinder hören die Schreie der Eltern beim Streit. Die Polizisten hören die Schreie des gewalttätigen Ehestreits schon vor dem Haus. Ein eingeklemmter Autofahrer schreit: „holt mich hier raus, ich spüre meine Beine nicht mehr.“

Muslimische Frauen schreien und klagen, um ihrer Not und ihrem Mitgefühl Ausdruck zu geben.

Schreie begegnen uns überall. Schreie belasten Einsatzkräfte über den Einsatz hinweg. Schreien, klagen, rufen gehört zum Menschsein und wer schreien kann, findet ein Ventil für seine Gefühle, seinen Schmerz. Schreien lässt uns spüren, ich lebe!

 

„Wer schreit lebt!“

Unter diesem Motto fand der 9. Oekumenischen BlaulichtGottesdienst im „Schiefen Turm“ in Kamen statt.

Eingeladen waren nicht nur Einsatzkräfte der Feuerwehren, der Polizei und der verschiedenen Hilfsorganisationen, sondern auch alle Menschen, die sich ihnen verbunden fühlen oder vielleicht auch selbst einen „Notfall“ erlebt haben.

Der Blaulicht Gottesdienst war eine Oase, ein Ort der Stille, des Ausruhens, des Krafttankens und Innehaltens.

„Wer schreit lebt …“ Unter dieser Überschrift hat der Gottesdienst den Besuchern Mut gemacht vor Gott zu schreien, zu rufen, zu klagen. Um Belastendes loszuwerden. In der Tradition der Klagepsalmen haben die Gottesdienstbesucher erfahren, wer mit Gott lebt, darf schreien und kann bei Gott loswerden, was kein anderer hören will oder kann. Wer vor Gott schreit, ruft und klagt, lebt seinen Glauben. Diesen selbstverständlichen Teil unserer christlichen Existenz, haben wir in unserer von Verstand und Kontrolle geprägten Welt zum großen Teil verloren. Andere Kulturen und Religionen zeigen uns, in ihrer Art zu klagen, was wir noch lernen können.

Die Gottesdienstbesucher erwartet in der Kirche eine Klagemauer. Einen Ort an dem ich meine Klagen aufschreiben und loswerden kann.

 

Wer im Gedenken an einen lieben Menschen eine Kerze entzünden will, bekommt dazu eine Gelegenheit. Wer sich segnen lassen will bekommt dazu Gelegenheit in der Oase des Segens.

Die Predigt in dem Gottesdienst hielt der neue Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Unna Hans-Martin Böcker.

Nach dem Gottesdienst erwartete die Besucher ein Abend der Begegnung, des Gesprächs und der leiblichen Stärkung im Gemeindehaus. Das DRK Kamen hatte alles gut vorbereitet und so fanden viele Gespräche noch einen Ort.

Termine

Sonntag, 16.12.2018 09.30 Uhr
Gottesdienst im Advent

Ascheberg-Herbern: Auferstehungskirche Herbern Willi Wohlfeil

Das Logo der Notfallseelsorge

Die Bedeutung

Der rote Kreis symbolisiert unsere Welt mit all ihren Nöten. Rot ist die Farbe des Bluts der vielen Verletzten und Getöteten, mit denen wir in den Notfällen zu tun haben.

 

Vor dem roten Kreis sehen wir das Sternenkreuz. Das Kreuz ist das universelle Symbol aller Christen. Es steht für unseren Glauben an die Auferstehung und an den Sieg von Jesus Christus über den Tod. Der Stern ist das Zeichen der Hoffnung.

 

Das Sternenkreuz reicht über den roten Kreis hinaus. Das bedeutet: Notfallseelsorge will in dieser Welt helfen, aber sie ist nicht in dieser Welt gefangen. Wir leben genau so in der anderen Realität und auf diese andere Realität hin, die all unser Wissen und Verstehen überschreitet: Gott.